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  Umweltpreis für 1. ATOS Plus-Energie-Haus

Am Weltklimatag, dem 5. Juni 2008, wird den ATOS Bauherrn, Familie Pieringer-Zimmel, von Bürgermeister Stachelberger und dem Gemeinderat ein Umweltpreis für das erste Plus-Energie-Haus St. Andrä-Wörderns überreicht. Anlass sind die Inbetriebnahme der 5 kWp-Photovoltaikanlage und die bevorstehende Zertifizierung des von ATOS Architekten geplanten Hauses als klima:aktiv Passivhaus.

Um 17 Uhr werden der Bürgermeister und die Familie Pieringer-Zimmel in der Nelkengasse 7, St. Andrä-Wördern die neue Photovoltaikanlage einweihen. Damit übernimmt Familie Pieringer-Zimmel in Sachen Ökologie und Nutzung erneuerbarer Energie sicher eine Vorreiterrolle.

Die Installation einer Photovoltaik-Anlage war für Dietmar Zimmel die logische Fortsetzung eines Weges, der mit dem Bau des Passivhauses 2002/03 begonnen hat. Von Anfang an war der Anspruch an die Technik hoch. Es wurde getüftelt, verglichen und das Beste aus-gesucht, aber wie es scheint, braucht man auch im Umgang mit einem Passivhaus ein gewisses Training. Herr Zimmel dazu: „Am Anfang war ich viel zu technikver-liebt und hab – wiedereinmal – nicht auf die Frau im Haus gehört. Ich habe nämlich im ersten Herbst, 2004, das Haus zu sehr auskühlen lassen und war überzeugt, dass die Lüftung alleine als Heizung reichen würde. Da dieser Winter allerdings alles andere als normal war, haben wir uns dann vertrauensvoll an Herrn Schmid von der Fa. Lüftung Schmid gewandt und er hat uns dann aufgeklärt: Wir hätten schon zu Herbstbeginn die gewünschte Wohlfühltemperatur einstellen sollen um danach zu schauen, diese Temperatur auch zu halten.
Er hat uns auch darauf hingewiesen, dass es durchaus 2-3 Winter dauern kann, bis ein PH richtig funktioniert und am Anfang die Heizkosten auch doppelt so hoch sein können wie vorausberechnet. Wir haben dann den Ofen erst einmal zwei Tage durchgeheizt und von da an war es kein Problem mehr. Der Holzverbrauch hat sich im ersten Winter mit 300 kg niedergeschlagen, im letzten Winter waren's nur noch 50kg. Ich habe mir auch ausgerechnet, wie hoch die Heizkosten waren. Im ersten Jahr waren es rund 220 Euro, im letzten Jahr nur noch 120 Euro – jeweils inkl. Warmwasser. Der aktuelle Gesamtstromverbrauch liegt bei 3450 kWh. Bei einem Strompreis von ca. 15 Cent/kWh und den fast zu vernachlässigenden Kosten für's Holz (> EUR 10) ergeben sich Gesamtenergiekosten von 520 Euro!“

Und auch das altbekannte Gerücht über zu trockene Luft und das Märchen vom nicht-lüften-dürfen in einem Passivhaus kann an dieser Stelle nicht nur anhand theoretischer Berechnungen sondern als Beispiel aus der Praxis, einmal mehr widerlegt werden. Dietmar Zimmel schreibt uns zu diesem Thema: „Die Luftfeuchtigkeit war mit etwas über 30% im ersten Jahr ein bisschen problema-tisch. Im letzten Win-ter sind wir nie unter die 40%-Marke gerutscht. Ein großer Vorteil ergibt sich im Winter. In unserer alten Wohnung ist in der Früh das Kondenswasser von den Scheiben getropft. Im PH merkt man davon gar nichts, obwohl wir noch immer zu viert in einem Raum schlafen. Die Luftqualität ist durch die kontrollierte Wohnraumlüftung sowieso kein Thema. Die Anlage läuft bei uns 365 Tage im Jahr. Ich habe auch keine Änderungen an den werkseitigen Einstellungen getroffen. Angeblich machen das lt. unserem Lüftungsbauer auch 97% der anderen Anlagenbesitzer so. Im Frühjahr vorigen Jahres haben wir auch die außen liegende Verschattung montiert, die sich im Sommer sehr bewährt hat. Die Innentemperatur des Holzhauses ist auch bei mehr als 37 Grad und den beiden vier Jahre alten, ständig rein und raus laufenden Buben, nie höher als 26,5 Grad gestiegen. Zusätzlich haben wir in der Früh, wenn die Außentemperatur geringer war, quergelüftet.“




Zurück zum Eingangsthema, der neuen Photovoltaikanlage. Bestimmt hat der interessierte Leser jede Menge Fragen dazu. Dietmar Zimmel schreibt uns zu dem Thema: „Zur Amortisationsrechnung der Photovoltaik-Anlage kann ich die auf die Homepage http://www.pvaustria.at/content/page.asp?id=145 verweisen. Dort ist ein Beispiel für eine private 5 kWp-Anlage angeführt. Für uns hat die Amortisation bei der Entscheidung keine Rolle gespielt – die Nachhaltigkeit und Energieautarkie stand bei uns im Vordergrund.

Das endgültige Anbot beläuft sich auf 32.500 Euro. Einspeisetarif bekommen wir EUR 0,46/kWh auf durchschnittlich 11,25 Jahre garantiert. Danach gibt es nur mehr den marktüblichen Preis (derzeit ca. 5,4 Cent). Wahrscheinlicher wird es sein, dass wir den Strom dann gleich selbst verbrauchen oder wir werden „Solarpartner“ bei einem der Ökostromanbieter – sofern dies nach Ablauf der Förderung noch möglich ist. Wir haben die Anlage auch so gewählt, dass noch Platz für eine Erweiterung besteht, da wir in den nächsten Jahren ein Elektroauto anschaffen werden und dieses dann mit dem selbst erzeugten Strom betreiben wollen. Um den Umweltgedanken bei der Stromerzeugung auch ganz zu Ende zu denken, werden wir auch auf einen zertifizierten Ökostromanbieter wechseln. Wer weiß, wo die Energiepreise in 10 Jahren stehen werden – Gedanken darüber werden wir uns keine mehr machen müssen.“

Anlässlich des St. Andrä-Wörderner 2. Klima- und Umwelttages am 31. Mai 2008 wird Familie Pieringer-Zimmel ihr Haus öffnen und interessierten Besuchern gerne alle Fragen beantworten.

Wir ATOS Architekten gratulieren Familie Pieringer-Zimmel und werden Ihnen auch weiterhin gerne beratend zur Seite stehen!

Sonja Lazansky