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  4 Stunden für den Holzbau

ERGEBNIS des 2. Round Table im RONDO-Pavillon am 19. 6. 2008
NÖ Landesgartenschau, ÖGG-Schaugarten 18


Will man Kinder zu zukünftigen Holzhaus-BesitzerInnen machen, ist der spielerische Umgang mit Holz, der frühzeitigen Erfahrung von Aussehen, Haptik und Geruch wichtig. Keine Frage! Holzbau boomt in Niederösterreich, weil er fantastische Eigenschaften hat. Aber damit der Benützer auch in deren Genuss kommt, braucht es fachkundige Planung und sorgfältige Ausführung! Es geht auch nicht um Massivbau oder Holzbau – beide Bauweisen haben ihre Qualitäten. Die hochkarätige Diskussionsrunde stellte als einzig suboptimalen Punkt fest: „Es fehlt an einem schlagkräftigen, professionellen, gemeinsamen Auftreten der vielen Klein- und Mittelbetriebe. Die Zukunftsbranche Holzbau muss also den Nutzen des nachhaltigen Bauens mit Holz mehr in den Vordergrund stellen.

Unter fachkundiger Moderation von Ingrid Greisenegger (Freie Journalistin) diskutierte die Runde über die Zukunft des modernen Holzbaus in Niederösterreich.

DI Stefan Liebert, Eco-Plus: „Niederösterreich entwickelt sich zunehmend zu einem Holzbauland. Dieser Boom beruht auf den überragenden positiven Eigenschaften von Holz als Baumaterial: Mit Holz zu bauen, bedeutet Vielseitigkeit in den Formen, bestes Preis-Leistungsverhältnis, geringste Heizkosten und lange Lebensdauer. Der moderne Holzbau ist präzise, schnell, sicher und ökologisch. Holzbauten erfüllen Schallschutzansprüche, sind sehr pflegeleicht, und haben ganzjährig ein wunderbares Raumklima.“ DI Heinrich Schuller, ATOS Architekten stimmt dem zu und ergänzt: "Aber mehr als bei anderen Bauweisen kommt es beim Holzbau auf die Qualität der Planung und Ausführung an."

Holzbau oder Massivbau. Jede Bauweise hat Ihre Vor- und Nachteile, die bei jeder Bauaufgabe neu abgewogen werden müssen. Persönliche Erfahrungen mit dem Material Holz prägen bei vielen Menschen die spätere Sympathie. So gesehen ist natürliches Holzspielzeug und das spielerische Beschäftigen mit Holz in der Kindheit ein wichtiger Beitrag für die weitere positive Entwicklung der Holzbaubranche.

Die Jugend für Holz zu begeistern wäre eine wichtige Maßnahme, um sie später zu HolzhausbesitzerInnen oder sogar Holzbaufachleuten zu machen. Gerade die Diversifikation in zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe macht den Holzbau so flexibel und schlagkräftig, und prädestiniert ihn damit für Innovation und Fortschritt.
Dass diese kleinteilige Branche nicht unbedingt mit einer Stimme in der Öffentlichkeit vertreten ist, ist als negativ zu bewerten. Umso wesentlicher: Öffentliche Auftritte, die Kompetenz und Zukunftsfähigkeit der Holzbaubranche zeigen. Die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken macht die Holzbauer zu Generalunternehmern, die ein Gebäude von A-Z anbieten können. Architekten mit Erfahrung können gemeinsam mit einem fachkundigen Holzbauunternehmen hochfunktionelle Gebäude mit fantastischer Performance zu einem vernünftigen Preis realisieren. Neue Möglichkeiten der natürlichen Holzoberflächenbehandlung, wie das neue Produkt „Isatis Tinctura“ der Fa. Hirschmugl zeigen den Weg zum giftfreien, nachhaltigen Bauen.

Ein Großteil der in Österreich errichteten Fertighäuser sind Holzbauten. Dass er auch Leichtbau genannt wird, weckt negative Assoziationen. Hier gilt es die Spreu vom Weizen zu trennen. Qualitativ hochwertige Anbieter spielen mit offenen Karten, versprechen nur was sie halten können, und stehen zu Ihrer Philosophie. Dass der Zimmermann aus der Nachbargemeinde mitunter die gleiche Qualität wie die Fertighausbranche zum gleichen Preis bei größerer Flexibilität anbietet, hat sich in NÖ noch nicht flächendeckend herum gesprochen.
Es diskutierten: Ing. Erich Longin (Holzbau Longin), Ing. Alois Hirschmugl (Ökol. Holzschutz), DI. Stefan Liebert (EcoPlus), Architekt DI. Heinrich Schuller (ATOS Architekten), Zimmermeister Edwin und Frau Wanzenböck (Zimmermann), Zimmermeister Josef Gerstenmayer (Zimmerei Gerstenmayer) und Zimmermeister Leopold Hüttinger (Fa. Solarbau).

Ankündigung: 3. Experten-Round Table am 10. Juli 2008, Thema: "Der Therapiepavillon im Rahmen der Garten-Therapie"

Nähere Infos: ATOS Architekten, DI Heinrich Schuller, T: 0676/529 16 68